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Team Dr. Herter II


Ein erstes Blaues Krokodil war geboren. Wir haben uns auch bewusst als Idiotentesttrainer, als MPU-Vorbereiter und als Verteidiger der Fahrerlaubnis dargestellt, statt unserer psychologischen Intention Preis zu geben. Wir haben begonnen, mit Menschen zunächst einen gemeinsamen Feind zu suchen, um daraus eine gemeinsame Motivation und Compliance abzuleiten. Frederic H. KANFER hat in seiner Supervision des Blauen Krokodils 1992 zu Recht erkannt: es bedarf eines gemeinsamen Feindes zwischen dem Patienten und dem Therapeuten, um das Arbeitsbündnis und die Compliance zu verfestigen.

In der Konzeptualisierung unseres Hauses entwickelte er die Arbeitsstrategien in dem Rollenspiel mit dem Gründer des Blauen Krokodils, der einen Klienten spielte, während Frederic H. KANFER den Therapeuten übernahm.

KANFER:
„Wissen Sie, wir haben gemeinsam ein Problem. Ich weiß, dass es nicht so ist, Sie wissen, dass es nicht so ist. Aber ist jemand in einer Behörde und der glaubt einfach, es sei so, weil seine Papiere es so aussagen, weil Formeln, weil Gesetze, weil irgendwelche Vorschriften Sie genau haben durch ein Raster fallen lassen, so dass Sie jetzt vor dem Problem stehen. Ich weiß, dass es nicht so ist. Sie wissen, dass es nicht so ist, aber wie können wir gemeinsam denen beweisen, dass die Unrecht haben. Dazu ist es notwendig, dass Sie tatsächlich beweisen, dass Sie nicht abhängig sind von Alkohol und dem zu Folge schlichtweg einmal auf Alkohol Verzicht üben, um den Beweis damit endgültig anzutreten. (Zitatende: Frederic H. KANFER in der Supervision und Organisation Blaues Krokodil, unveröffentlichter Mitschnitt der Supervisionen im Hause Blaues Krokodil im Archiv Club Blaues Krokodil e. V.)

Bei der Compliance-Bildung unter der Voraussetzung einer Lüge bzw. wider besseren Wissens hat KANFER in diesen Konzeptualisierungen von dem Columbo-Effekt gesprochen, den HERTER 2003 dann auch näher beschrieben hat (vergl. hierzu HERTER 2003 Schlütersche, S.11). Quasi aus dem Nichts im klinischen Alltag bekannte Phänomene zu erleben, zu verarbeiten, sie zu ordnen, um danach systematisch zu arbeiten, erschien danach ein ständig neu an uns herangetragenes Problem. Schließlich wussten wir, dass zum damaligen Zeitpunkt etwa 220.000 Führerscheine wegen Alkohol per anno entzogen wurden, weitere 80.000 wurden aufgrund von Ordnungswidrigkeiten mit einem Fahrverbot belegt, aber wir hatten keine Relation zwischen trinkenden Fahrern und fahrenden Trinkern.

Die Zahlen z. B. der deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren waren schwammig und wenig aussagend, möglicherweise auch nicht unbedingt interessant. Schließlich ist es für das Konzept aller vor dem Blauen Krokodil existierenden Gruppen gewesen, dass die Eigeneinsicht eines Patienten oder Klienten vorliegt, der dann um Hilfe mit Veränderungswunsch nachsucht und nicht, dass jemand mit einer Fragestellung kommt und bereit ist, etwas ganz anderes als zunächst gewünscht, dann auch anzunehmen nach dem Motto, sich nach einer Kanu-Ausrüstung zu erkundigen, um dann für den alpinen Winterwettstreit mit vollem Equipment ausgestattet zu sein.

Und hier setzte genau unser Punkt ein. Denn Menschen, die nicht wissen, dass sie ein Problem haben, können auch nicht artikulieren, es zu verändern. Und schließlich ist jeder Patient motiviert - die Frage ist nur: wozu (vergl KANFER, ERICKSON). Mit dem Slogan „Blaues Krokodil - Wir helfen rasch und zuverlässig" kamen die Leute mit der vordergründigen Motivation, ihre Fahrerlaubnis möglichst schnell wieder zu bekommen. Mittels der Ausmachung gemeinsamer Ziele und entsprechender Vereinbarungen gelang es sozusagen durch die Hintertür, Menschen durch Verhaltensänderungen zu neuen Beobachtungen zu führen, was letztendlich zu Veränderungswünschen und Selbstkontrolle führte.

Wir haben dieses sowohl auf dem spielerischen Sektor versucht (vergl. hierzu HERTER und DÖHRING, Alkohol im Straßenverkehr, Wissensvermittlung durch das Medium Spiel, ein präventiver Ansatz, 1989), als auch durch die Problembewusstmachung, dass die eigentliche Problematik um süchtiges Verhalten vor unkontrolliertem Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr in Relation zu bringen war. Auch hier waren Zahlen nicht vorhanden. Im Gegenteil, es war erschreckend, wie inkompetent die erstangesprochenen Interaktionspartner von alkoholauffälligen Verkehrsteilnehmern mit dem Thema umzugehen wussten (vergl. hierzu HERTER 91, Neue Wege zur Rehabilitation alkoholauffälliger Verkehrsteilnehmer).

Das Negieren von dahinter liegenden Problemen und das in die Interaktionsfalle gehen der Verteidiger in die Darstellung der Mandanten konnte in eklatanter Art und Weise nachgewiesen werden. Es muss allerdings festgestellt werden, dass hier zumindest bei seriösen Anwälten massive Veränderungen in der Sichtweise und Aufklärung stattgefunden haben und zwar in Richtung des Erkennens dahinter liegender Problematiken.

Für uns als Kliniker musste nach etwa einem Jahrzehnt erkannt werden, dass das reine Therapieren am Syndrom und Symptom nur Stückwerk bedeuten konnte. Wir haben bitteres Lehrgeld in der Erfahrungssammlung bezahlen müssen, weil wir viel zu isoliert Störungen und Krankheiten gesehen haben und uns schlichtweg in Unkenntnis der sexuellen Komponente, dieser überhaupt nicht aufgeschlossen gezeigt hatten. Die enge Zusammenarbeit mit Hartmann, Langer, Tewes und Müller-Luckmann im Ausklang der 80-er bis in dieses neue Jahrtausend hinein hat unsere Sichtweise allerdings nicht nur deutlich reformiert, sondern sogar revolutioniert. Aus hiesiger Sicht kann und darf gleich anmutendes Verhalten keinesfalls gleich gesehen werden. Vielmehr muss hier eine deutliche Differenzierung erfolgen.

Aus der Kategorisierung der WHO, der ICD-10 wissen wir, dass wir unterschiedliche Phänomene mit unterschiedlichen Entwicklungsgeschichten - obwohl gleich erscheinend -völlig neu betrachten müssen. So wird z. B. auch das pathologische Glückspiel häufig als Spielsucht bezeichnet (vergl. hierzu: ERDMANN/HERTER/SCHURTZMANN, 1993, Aspekte der Spielsucht). Hier konnte z. B. HERTER postulieren oder ausführlicher erklären, dass 4 wesentliche Archetypen den eigentlichen Spieler ausmachen.







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