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Team Dr. Herter IV


Für uns als Kliniker im Alltag lässt sich nur ein Trend bemerken, den wir auf relativ einfache Art und Weise versuchen können, zu quantifizieren oder zu qualifizieren. Im Falle von SMS-Sucht haben wir dieses über einen Zeitraum t mehr als, einen weniger als 3 Jahre getan, indem wir N einen Patientenstamm von 500 < N < 2.000 überprüft haben. Wir haben dieses ins Relativ unserer Praxis gesetzt: 10.000 < N < 30.000. Hierbei haben wir einerseits die Patienten genommen, die sich an uns gewandt haben mit direkten Fragestellungen, aber auch andererseits geschultes Personal, das wir entsprechend haben hinterfragen lassen.

Dass das Hinterfragen sicherlich eine neue Problematik in sich birgt - weil da wo ich suche, ich auch häufig finde -, ist eine Störgröße, die wir hierbei ebenso billigend in Kauf genommen haben. Das Ganze haben wir korreliert an den Zahlen, die bekannt sind und die wir dann mit unseren Patienten ins Verhältnis gesetzt haben. Korrelationsdaten

1. ca. 8.000.000 Angstpatienten in Deutschland
2. ca. 2.000.000 Zwangspatienten in Deutschland
3. ca. 2.3 - 3.500.000 alkoholabhängige Patienten

Diese Zahlen, die wir aus verschiedentlichen Veröffentlichungen gemittelt hatten, sollten dem zu Folge einen Anhaltspunkt geben. So kamen wir im Jahre 2000/2001 auf einen Wert von ca. 350.000 SMS-Süchtigen. Wir haben uns auch hier der Terminologie der Sucht bedient, obwohl wir wissen, dass es erheblich komplexer und komplizierter ist, was dahinter steckt. Wir haben damit erreichen wollen, eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung für diese Form von Problemstellungen zu erlangen. Wenn wir bei neueren Überprüfungen dieser Zahlen um eine 10 %-ige Erhöhung auf 380.000 Menschen kommen mussten (bei 1.000 < N < 2.000 und 6 Monate < t < 15 Monate), dann sind sicherlich noch die Positionseffekte zu bedenken. In der Tat hätten wir bei korrekter Ausrechnung sogar von 20-22 % ausgehen müssen.

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass durch die zunehmende Bekanntmachung einerseits, Problematisierung andererseits, aber auch im Mittelpunktstehen unsererseits, sich Positionseffekte ergeben, die schlichtweg nicht übersehen werden dürfen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass wir auch diese Zahl noch einmal in Korrelation gesetzt haben zu den Erkenntnissen, die wir aus 125 Radiosendungen à 3 Stunden Problemradio erhalten haben. Auch hier war die Verteilung mit leichter Verzerrung von etwa 12-15 % von Sucht, Zwang, Angst und SMS-Sucht zu sexuellen Störungen zu erkennen.

Bei den Radiosendungen hatten 1.500 < N < 2.500 Personen sich schriftlich geäußert und Telefonkontakte hatte es 2.500 < N < 4.000 gegeben. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass einige Kontakte sowohl schriftlich als auch telefonisch erfolgten. Dennoch erschien die Zahl hinreichend groß genug, um Schätzungen zu formulieren und sie damit eher konservativ, d. h. wahrscheinlich zu gering einzuordnen.

Wir legen Wert darauf, dass - auch wenn wir uns wissenschaftlicher Methoden bedienen - die Zahlen nach einem sehr groben Muster als absolute Grobschätzung angesehen werden müssen. Eine Institution wie das Blaue Krokodil und alle ihre dazu gehörigen Abteilungen kann nicht den Anspruch erheben - und will es gar nicht! - in wissenschaftlich exakter Art und Weise Dinge zu untersuchen. Nur wenn bestimmte Marker von Auffälligkeiten erheblich überschritten worden sind, bedarf es der öffentlichen Diskussion, um durch qualifizierte wissenschaftliche Untersuchungen neueres und genaueres Zahlenmaterial zu erarbeiten.

Wir wären für jede Form der Zusammenarbeit mit wissenschaftlich arbeitenden Kollegen sehr dankbar und bieten denen unsere Unterstützung an. Letztendlich muss die Fragestellung weiter offen bleiben, inwieweit Veränderungen der Zugriffsmöglichkeiten zum Suchtbegleitungsmittel Handy durch immer jünger werdendes Klientel auch eine natürliche Veränderung der Situationen nach sich zieht als spannend zu eruierende Frage postuliert werden.

Summary:

Im klinischen Alltag einer privaten Institution mit einem Anfragepotential von N mehr als 40.000 Patienten/Klienten sowohl im Praxisbereich als auch durch Rundfunk- und Fernsehsendungen ist versucht worden, ein gewisses Profil gegenwärtiger neuer Symptomatiken von psychischen Erkrankungen und Störungen darzustellen. Dazu ist entsprechend der Kurswert der Wörter auch eine neue Terminologie entwickelt worden, die sich allerdings nach Rücksprache mit Kollegen in Skandinavien und Österreich als auch dort bekannte Phänomene wiederholen und darstellen.

Letztendlich bedarf ja auch jede Behandlungsüberlegung der genauen Analyse der lebensgeschichtlichen Umstände, die zu dem Krankheitsbild führten bzw. auch der Fragestellungen, was passieren würde, wenn die Störung wegfiele, bis hin zur Entcodierung der individuellen Persönlichkeit, die mittels einer Verhaltensanalyse und Bedingungsanalyse dann auch zu einer Problemlösestrategie führen kann und sollte. Damit mag der Neologismus der SMS-Sucht auch als Sammelbegriff für eine Vielzahl neurotischer Störungen am Suchtmittel Handy durch Absendungen von Short-Messages umschrieben sein, hinter der der differentialdiagnostisch arbeitende Kollege eine Vielzahl an Blüten neurotischer Fehlentwicklungen aufreiht.

Leider lässt sich differentialdiagnostisch nicht ein primär einfaches Kochrezept herausgeben zur sofortigen Hier- und Jetzt-Gestaltung eines Therapieplanes, sondern es bedarf hier wirklich fachpsychotherapeutischer Unterstützung.

Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Andreas Herter
2008 Marsillargues/Hannover






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